Informationsgrafiken und ihr unaufhaltsamer Siegeszug

Informationsgrafiken sind nun schon seit ein paar Jahren aus der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken. Doch kaum einer schreibt darüber – warum auch? Es wird ja alles gezeigt!
Dass Informationsgrafik nicht gleich Informationsgrafik ist, möchten wir Ihnen mit Bild und Wort erklären.

Die Anfänge der Informationsgrafik (kurz: Infografik) liegen schon ein paar Jährchen zurück und oft wird Charles Joseph Minards Infografik über den Russlandfeldzug Napoleons, als eine der ersten Infografiken genannt (manche Forscher gehen noch weiter zurück und glauben, dass sogar schon die Höhlenmalereien der Steinzeit als erste Infografiken gelten könnten)

Infografik über Russlandfeldzug Napoleons

Auf wessen Seite man sich auch immer im Streit der Infografiken-Historiker stellen mag, die Beispiele zeigen doch schon recht deutlich, worum es in einer guten Infografik geht.

Wozu eine Informationsgrafik?

Im Allgemeinen wird eine Infografik immer dann benötigt, wenn komplexe Zusammenhänge visualisiert und damit vereinfacht dargestellt werden sollen. Der Nutzen einer Infografik liegt also in der schnellen Erfassbarkeit von Daten. In einer Grafik mit Balkendiagrammen kann man z. B. sehr schnell erfassen, wie sich welche Daten zueinander verhalten. Eine der berühmtesten Infografiken, die versucht so viel wie möglich an relevanten Informationen auf kleinstem Raum zu visualisieren, ist wohl die auf den Pionier-Sonden 10 und 11, die 1972 ins All geschickt wurden, um in Kontakt mit einer außerirdischen Lebensform zu treten.

Infografik/Informationsgrafik
Dieser klassischen Einsatz von Infografiken, der die Visualisierung und Begleitung von Texten zur Kernaufgabe hatte, zieht sich von Anfang an durch das bekannte Print-Universum, aber erst mit der Erweiterung in den digitalen Kosmus startete die Infografik richtig durch.

Warum?

Immer mehr Menschen sind online und erledigen ihre Geschäfte in der digitalen Welt. Die User sind nicht nur online an Ihren Desktops, sondern immer mehr, vor allem, an Ihren Mobilgeräten. Umso wichtiger wird es, Daten und Informationen so schnell wie möglich erfassen zu können. Eine Infografik ist hier genau die richtige Antwort auf die mobilen, digitalen Herausforderungen. Denn das menschliche Gehirn erfasst visuelle Inhalte deutlich schneller als Texte. Wer gute Arbeit macht, bleibt im Kopf: Studien besagen, dass wir über 80 Prozent von dem, was wir sehen, im Kopf speichern aber nur 20 Prozent von dem, was wir lesen.”

Info-Seeding

Aber nicht nur die verständliche Aufbereitung spielt eine entscheidende Rolle für den vermehrten Einsatz von Infografiken, sondern auch die Tatsache, dass die Verbreitung von relevanten Informationen eine immer höhere Gewichtung im Online-Marketing bekommt. Oft müssen sich Beiträge daran messen lassen, wie oft sie in den relevanten Social-Networks wie Facebook oder Twitter geteilt werden. Der „Share“ wird immer wichtiger. Das Bild einer Infografik, zeigen Statistiken, teilt sich ungleich häufiger, als ein reiner Textbeitrag.

Erstellung von guten Infografiken

Gerade die Erstellung von Infografiken sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn es reicht definitiv nicht aus, nur ein paar Daten mit netten Farben und Formen aufzuhübschen und mit Pfeilen zu verbinden. Ohne Strategie und Konzept ohne Datenanalyse und Aufbereitung bleibt eine Infografik im digitalen Bodensatz stecken wie eine nordkoreanische Trägerrakete im Testmodus.

4-Phasen-Model für beste Infografiken

1. Ideenfindung
Am Anfang des Erstellungsprozesses sollten nämlich grundlegende strategische Entscheidungen getroffen werden wie z.B.:

  • Für wen ist die Grafik gedacht?
  • Was ist das Ziel der Grafik?
  • Soll sie unterhalten oder informieren?
  • Ist die Infografik in eine Content-Strategie eingebunden, oder entsteht sie als exklusiver Beitrag?
  • Eignet sich die Beitragsform der Infografik überhaupt?
  • Was für Infografiken werden benötigt?

2. Daten finden und aufbereiten
Wenn diese Strategieplanung abgeschlossen ist, sollte man ein Research und Analyse-Team die entsprechenden Daten finden und prüfen lassen, denn nichts ist unglaubwürdiger und schadet der Expertise mehr, als wenn sich eine Infografik um falsche Daten herum aufbaut.

3. Infografiken erstellen
Jetzt kommt der kreative Part der Erstellung und hier haben die Art-Direkoren und Grafiker den Hut auf. Nicht jedes Unternehmen leistet sich eine eigene Grafik-Abteilung und es ist ratsam, auf professionelle Anbieter, wie z.B Werbeagenturen zu setzen. Denn deren Know-How und täglich Brot ist die grafischen Aufbereitung Ihres Briefings. Viele Agenturen betreuen Sie auch schon bei der Erstellung dieses Briefings und sind so von Anfang an in den Entstehungsprozess involviert und können so in kürzester Zeit auf veränderte Vorgaben reagieren.
Bei lawinenstift wird jede Infografik anhand eines Fragenkataloges mit ca. 70 Fragen erstellt.

Hier 15 exemplarische Fragen, die verdeutlichen sollen, wie akribisch die Erstellung von Infografiken bei lawinenstift vorgenommen wird.

  1. Hat die Infografik eine Headline?
  2. Was soll die Headline beinhalten?
  3. Wo steht die Headline?
  4. Wie ist sie typografisch gestaltet?
  5. In welchem Bezug steht sie zu weiteren Elementen der Infografik?
  6. Welche sprachliche Form, welche sprachlichen Besonderheiten weist die Headline auf?
  7. Gibt es Subheadlines (untergeordnete Überschriften)?
  8. Was beinhalteten diese?
  9. Gibt es Fließtexte in der Infografik?
  10. Was beinhaltet diese?
  11. Werden Quantitäten als Diagramme visualisiert?
  12. Wo ist dann das Diagramm in der Infografik platziert?
  13. Welche Größe nimmt es im Vergleich zu anderen bildlichen oder sprachlichen Elementen ein?
  14. Welche Diagrammformen werden eingesetzt? (z. B. Säulen-, Balken-, Linien- bzw. Kurven-, Kreis- oder Flächendiagramm etc.)
  15. Gibt es zeichnerische Elemente in der Infografik?

Der Vorteil von eingespielten Teams liegt natürlich darin, dass sowohl die richtigen Fragen bereits bekannt sind, als auch, dass die Beantwortung aus einem langjährigen Erfahrungsschatz heraus schnell und kompetent getroffen werden kann.

4. Content Seeding
Dieser Punkt wird oft einfach weggelassen oder spielt bei der Content-Strategie-Entscheidung keine Rolle. Das ist ein großer Fehler, denn die beste und stylischste Infografik nutzt nichts, wenn sie die Zielgruppe nicht zu sehen bekommt. Umso wichtiger ist es, bei der strategischen Planung nicht nur zu definieren, welche Zielgruppen erreicht werden sollen, sondern auch wann und auf welchen Plattformen sie zu erreichen sind, und mit welchen Mitteln die Infografik zu „seeden” ist. Auch hier könne klassische Full-Service-Agenturen punkten, denn Seeding muss auch cross-medial eingesetzt werden, also sowohl im Online- als auch im Offlinebereich. Aber ob Zeitung, Newsletter oder Social-Media-Post eine gute Infografik bleibt länger im Kopf und erzielt eine höhere Aufmerksamkeit als es der reine Text könnte.

Hier ein Beispiel aus unserem Archiv:

Infografik/Infografiken lawinenstift-Eigenwerbung

Wenn Sie Fragen zur Erstellung und Verbreitung von Informationsgrafiken haben nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf. Unser Experten-Infografik-Team freut sich auf Sie.