Berliner Spa: Wellness für Profis

Zugegeben, es fällt schwer, sich von der Arbeit oder der Familie loszureissen. Schlimmer noch – von beidem. Heute, an einem Dienstag, habe ich es geschafft. Doch wo soll man sich in Berlin als termingeplagte Art Directorin erholen, wenn man effektiv nur vier Stunden Zeit hat? Der Spreewald ist zu weit und man läuft Gefahr, den halben Prenzlauer Berg oder andere geschundene Werber zu treffen. Doch da gibt es mitten in der Stadt:

Das Vabali Spa in Moabit

Aha. Also schnappt man sich die beste Freundin, die sich auch freischaufeln konnte und schaut sich das mal an. Von außen ist der erste Eindruck nicht so berauschend – na ja. Wir bekommen Schlüssel für die Schränke, auf die man auch alle Zusatzleistungen (Getränke, Essen, Massagen) buchen kann.lawinenstift-werbeagentur-vabali1 Außerdem gibt es den Hinweis, dass Handys und Tablets im Schrank bleiben müssen, um die Privatsphäre der Gäste zu schützen. Über einen Laubengang kommen wir dann zum eigentlichen Gebäude.Die Umkleiden sind schick, die Schränke, wie fast überall, zu klein. Es gibt keine Seifenspender in den Duschen. Das komplette Spa ist textilfrei. Frisch geduscht in den Bademantel gehüllt (eigener oder geliehen), gehen wir auf Entdeckungstour durchs Haus. Wir sehen Unmengen von Ruhezonen sowie einen riesigen Außenbereich mit einem Pool. Warmes Wasser! Es gibt ein kleines Becken, ein eisig kaltes Tauchbecken, Außenduschen, und vor allem eins: Unmengen von Saunen auf zwei Etagen. Biosauna, Kräutersauna, russische Sauna, Dampfsaunen, Damensaunen, große Saunen, kleine Saunen und riesige Saunen, Saunen mit Farblichtherapie und fast jede Stunde werden Aufgüsse angeboten. Es gibt einen Kneipp-Bereich, Fußbecken, große Bottiche mit Eis, einen Innenpool. Gedämpftes Licht, Bambussträucher, kleine Buddhas, große Buddhas, sitzende, liegende – alles im Stil eines balinesischen Ressorts.
 
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Balinesisches Flair mitten in Moabit

 
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Durch diesen Laubengang erreicht man das Gebäude

 

Was machen die Mitschwitzer?

Die Gäste sind unaufgeregt und ruhig. Es wird sauniert, gefroren, geruht und wieder sauniert. Alle Altersgruppen, unterschiedliche Nationalitäten und keiner gafft. Es gibt ja auch eigentlich nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte. Alles ist still, diskret und leise. Nur der eine oder andere renitente Endfünfziger, wahrscheinlich aus dem Osten Berlins (ich darf das sagen, bei uns war das damals so) oder Freikörperkulturanhänger, vergisst, sich wenigstens das Handtuch um die Hüften zu schwingen und spaziert mit mehr oder eher weniger Mannespracht durch die Ruhezonen.

Und lohnt sich‘ s?

Wir testen drei Saunen und mit einem mal, bei unendlich heißen 95° C, stellt sich die Entspannung ein. Alles wird ruhig, die Gedanken an unerledigte Dinge gehen weg. Liegt es an der Hitze? Daran, dass man zwei Stunden nicht auf das Telefon blickt oder den ruhenden Menschen um einen herum? Ich weiß nur, dass sie irgendwann da war. Nach zwei Stunden, das muss man mindestens einplanen, gehen wir zwar um 18,50 Euro ärmer (Mindesteinsatz), dafür wirklich erholt in den Alltag zurück. Auszeiten lohnen sich eben doch und man macht es viel zu selten.

PS: Am Wochenende stelle ich mir das jedoch eher voll vor und entgegen vieler Bewertungen war es wirklich leer und ruhig. Vielleicht hatte ich Glück. Das sei mir gegönnt.

 

Wo?: www.vabali.de